Dr. Melis Sökmen

Skinbooster

Was ist Skinbooster?

Skinbooster sind Injektionen mit nicht vernetzter Hyaluronsäure. Hyaluronsäure ist ein Stoff, der auch natürlich in der Haut vorkommt und Wasser binden kann. Anders als bei aufpolsternden Fillern wird das Präparat nicht in die Tiefe, sondern flächig in die oberen Hautschichten eingebracht. Ziel ist es, den Feuchtigkeitsgehalt und die Beschaffenheit der Haut zu unterstützen, nicht das Volumen zu vergrößern.

Für wen geeignet?

  • trockene, fahl wirkende Haut
  • feine, oberflächliche Knitterfältchen
  • Haut mit nachlassender Elastizität und Spannkraft
  • Wangen, Hals, Dekolleté und Handrücken
  • begleitend zu einer bestehenden Hautpflege- oder Behandlungsroutine

Vorteile

  • flächige Behandlung der Hautqualität statt punktueller Volumengabe
  • die Gesichtskontur bleibt unverändert
  • ambulante Behandlung ohne Narkose
  • auch außerhalb des Gesichts anwendbar, etwa am Hals oder an den Händen
  • der Abbau erfolgt körpereigen und schrittweise

Ablauf

  1. ärztliches Gespräch zu Hautzustand, Vorerkrankungen und Erwartungen
  2. Reinigung und Desinfektion der Haut
  3. Auftragen einer betäubenden Creme und Einwirkzeit von etwa 20 Minuten
  4. Einbringen kleiner Depots in die oberen Hautschichten mit einer feinen Kanüle oder Mikrokanüle
  5. Kühlung der behandelten Areale und Besprechung der Nachsorge

Wie viele Sitzungen?

3 Sitzungen als Grundbehandlung, im Abstand von etwa 4 Wochen. anschließend Auffrischung in der Regel alle 6–9 Monate.

Nach der Behandlung

  • die Einstichstellen für 24 Stunden nicht berühren und kein Make-up auftragen
  • Sauna, Solarium und intensive Sonne für etwa eine Woche meiden
  • am Behandlungstag auf intensiven Sport verzichten
  • kleine Erhebungen nicht massieren, sofern nicht ärztlich anders empfohlen
  • auf konsequenten Sonnenschutz achten
  • bei starken oder zunehmenden Schmerzen, Abblassen der Haut oder livider Verfärbung umgehend ärztlich vorstellig werden

Wann sieht man Ergebnisse?

Eine glattere Hautoberfläche wird häufig nach 2–3 Wochen bemerkt — das Ergebnis der Serie lässt sich meist nach 8–12 Wochen beurteilen.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

  • kleine tastbare oder sichtbare Knötchen (Papeln) an den Einstichstellen
  • Hämatome, vor allem an dünner Haut wie am Hals oder unter den Augen
  • Schwellung der behandelten Areale für einige Tage
  • Rötung und Druckempfindlichkeit
  • selten Überempfindlichkeitsreaktionen auf Bestandteile des Präparats
  • sehr selten Infektionen oder anhaltende Knötchenbildung
  • sehr selten Gefäßverschluss durch versehentliche Injektion in ein Blutgefäß

Skinbooster und Filler sind nicht dasselbe

Diese Unterscheidung ist der wichtigste Punkt auf dieser Seite, weil sie am häufigsten zu falschen Erwartungen führt. Beide Verfahren verwenden Hyaluronsäure, verfolgen aber unterschiedliche Ziele und verwenden unterschiedlich aufbereitete Präparate.

Volumengebende Filler bestehen aus vernetzter Hyaluronsäure. Vernetzung bedeutet, dass die einzelnen Hyaluronsäureketten chemisch miteinander verbunden werden. Dadurch entsteht ein festeres, formstabiles Gel, das dem Gewebe Widerstand entgegensetzt. Es wird gezielt in tiefere Schichten eingebracht, um an einer bestimmten Stelle Volumen aufzubauen oder eine Kontur zu betonen – etwa an Wange, Kinn oder Lippe.

Skinbooster bestehen aus nicht vernetzter Hyaluronsäure. Sie ist dünnflüssiger, bleibt nicht als formgebendes Depot liegen und wird flächig in kleinen Mengen in die oberen Hautschichten verteilt. Sie hebt nichts an und formt nichts. Ihre Aufgabe ist es, Wasser in der Haut zu binden und die Umgebung der hauteigenen Zellen zu befeuchten.

Praktisch heißt das: Wer sich von einer Behandlung vollere Wangen, ein definierteres Kinn oder eine angehobene Gesichtspartie erhofft, wird von Skinboostern enttäuscht sein – dafür sind sie nicht gemacht. Wer dagegen eine trockene, matt wirkende Hautoberfläche mit feinen Knitterfältchen adressieren möchte, ohne dass sich am Gesichtsausdruck oder an den Proportionen etwas ändert, beschreibt das, worauf dieses Verfahren zielt.

Was in der Haut passieren kann

Hyaluronsäure kann ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser binden. Wird sie in die oberen Hautschichten eingebracht, kann sie dort für eine Zeit zusätzliche Feuchtigkeit halten. Eine besser durchfeuchtete Haut wirkt in der Regel glatter, reflektiert Licht gleichmäßiger und lässt sehr feine Oberflächenfältchen weniger deutlich hervortreten.

Diskutiert wird zusätzlich ein indirekter Effekt: Die feinen Einstiche und die Anwesenheit der Hyaluronsäure können die hauteigenen Bindegewebszellen, die Fibroblasten, anregen. Fibroblasten bilden unter anderem Kollagen und Elastin, also die Eiweiße, die der Haut Festigkeit und Dehnbarkeit geben. Wie stark dieser Anteil bei einzelnen Personen zum Ergebnis beiträgt, lässt sich im Voraus nicht sagen.

Es gibt weitere Verfahren, die auf die Hautqualität zielen und jeweils eine eigene Datenlage und eigene Gegenanzeigen haben. Welche Option im Einzelfall in Frage kommt, gehört in ein ärztliches Gespräch.

Nicht bei allen Personen tritt eine sichtbare Veränderung ein. Wie deutlich die Haut auf die Behandlung reagiert, hängt unter anderem vom Ausgangszustand, vom Alter und von Lebensgewohnheiten ab und lässt sich vorher nicht vorhersagen.

Für wen das Verfahren weniger geeignet ist

Skinbooster wirken auf die Beschaffenheit der Haut, nicht auf ihre Menge und nicht auf ihre Lage. Bei deutlich erschlaffter Haut mit hängenden Partien kann eine Injektionsbehandlung dieser Art keine Straffung im Sinne einer operativen oder apparativen Maßnahme leisten. Tiefe Falten, die durch Muskelbewegung oder Volumenverlust entstehen, werden dadurch ebenfalls nicht geglättet.

Auch aktive Hauterkrankungen setzen Grenzen. Bei entzündlicher Akne, Rosazea im Schub, Ekzemen oder Infektionen im geplanten Behandlungsgebiet sollte zunächst die Hauterkrankung behandelt werden. Bei bekannten Überempfindlichkeiten gegen Hyaluronsäurepräparate, bei bestimmten Autoimmunerkrankungen, bei Gerinnungsstörungen oder unter blutverdünnender Medikation ist eine sorgfältige individuelle Abwägung erforderlich. In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Behandlung nicht durchgeführt.

Und schließlich: Ein Skinbooster ersetzt weder Sonnenschutz noch eine grundlegende Hautpflege noch die Abklärung auffälliger Hautveränderungen. Wer eine neu aufgetretene oder sich verändernde Stelle an der Haut bemerkt, sollte diese dermatologisch untersuchen lassen, bevor eine ästhetische Behandlung geplant wird. Die Angaben auf dieser Seite sind allgemeine Informationen und ersetzen die persönliche ärztliche Beratung nicht.

Häufige Fragen

Sehe ich danach voller aus?
Nein. Skinbooster sind nicht dafür gedacht, Volumen aufzubauen oder Konturen zu verändern. Sie zielen auf die Beschaffenheit der Haut ab. Wer eine Volumenveränderung wünscht, benötigt ein anderes Verfahren.
Was sind die kleinen Erhebungen nach der Behandlung?
Die eingebrachten Depots können zunächst als kleine Erhebungen tastbar sein. Sie bilden sich meist innerhalb weniger Tage zurück. Bleiben sie länger bestehen, sollte dies ärztlich beurteilt werden.
Reicht eine Sitzung aus?
In der Regel nicht. Skinbooster werden üblicherweise als Serie von drei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen geplant.
Wie lange hält das Ergebnis?
Die Hyaluronsäure wird körpereigen abgebaut. Eine Auffrischung ist erfahrungsgemäß nach 6–9 Monaten sinnvoll, abhängig von Hautzustand, Lebensweise und Sonnenexposition.
Gibt es Gegenanzeigen?
Skinbooster sind unter anderem bei Entzündungen oder Infektionen im Behandlungsgebiet, bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Hyaluronsäurepräparate, bei bestimmten Autoimmun- und Gerinnungserkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit nicht geeignet. Das wird im Beratungsgespräch geklärt.